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Gleichgewichtsstudie, Nachbildung | Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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Nachdem Johannes Itten das Bauhaus verlassen hatte, übernahmen László Moholy-Nagy und Josef Albers den obligatorischen Vorkurs am Bauhaus und ergänzten diesen um Übungen zu Konstruktion, Gleichgewicht und materialgerechtem Gebrauch. László Moholy-Nagy ließ die Studierenden verschiedene Materialien nach ihren unterschiedlichen Eigenschaften, Maß und Proportion, Statik und Dynamik sowie ihrer Wirkung im Raum untersuchen. Aus Metall, Holz, Glas und Draht entstanden dabei filigrane dreidimensionale Gebilde, die stehend oder scheinbar schwerelos im Raum schwebend ausbalanciert wurden und an konstruktivistische Plastiken erinnern. Gleichgewichtsstudien wie diese wurden von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Ulm für eine Bauhaus-Ausstellung nach historischen Fotografien – in diesem Fall einer Fotografie von Lucia Moholy von der Übung eines unbekannten Studierenden – rekonstruiert.
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Einband für „Afrikanische Märchen“, herausgegeben von Carl Meinhof, Eugen Diederichs, Jena 1921 | Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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Anni Wottitz stellte mit ihren Bucheinbänden die Tradition des Buchbinderhandwerks radikal in Frage – zum Leidwesen von Otto Dorfner, dem Leiter der Werkstatt für Buchbinderei am Bauhaus Weimar. Während ihrer Lehrausbildung zur Buchbinderin setzte Wottitz gerne ungewöhnliche Materialien ein. Für den Band „Afrikanische Märchen“ aus der Reihe „Die Märchen der Weltliteratur“ verwendete sie verschiedene Pflanzenbestandteile: Baumrinde für den Buchrücken, Pflanzenfasergeflecht für den Buchdeckel und aufgesteckte halbierte Samenkapseln an den Ecken. Mit der Gestaltung ihrer Bucheinbände nahm Wottitz auf den Inhalt der Bücher Bezug, worunter jedoch mitunter durchaus die Funktionalität litt.
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Handpuppe, Porträt Paul Klees, 1925 | Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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Diese kleine Handpuppe zeigt Paul Klee im weißen Malerkittel und wurde von Marianne Ahlfeld-Heymann als Erinnerung an ihre Zeit am Bauhaus in Weimar geschnitzt. Klee hatte die junge Frau als Lehrer und als Mensch stark beeindruckt. Als eine Freundin seines Sohnes Felix war sie häufiger im Hause Klee zu Gast und hatte dort auch die Handpuppen gesehen, die Paul Klee für seinen Sohn Felix gefertigt hatte. Nach ihrer Ausbildung in der Werkstatt für Holzbildhauerei arbeitete Marianne Ahlfeld-Heymann selbst als Marionetten- und Maskenschnitzerin, Holzbildhauerin und Bühnenbildnerin. Die kleine Handpuppe von Paul Klee begleitete sie 1933 auch auf ihrer Flucht nach Frankreich, wo die jüdische Künstlerin lange Zeit im Versteck lebte, bevor sie 1949 mit ihrer Familie nach Israel übersiedelte.
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Apartment „Typ F “ des Narkomfin-Gebäudes, Moskau, Farbplan | Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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1929 ließ sich Hinnerk Scheper als Lehrer am Bauhaus beurlauben und reiste mit seiner Frau Lou nach Moskau, um dort am Aufbau einer zentralen Beratungsstelle für Farbe in der Architektur mitzuwirken. Eines seiner dortigen Projekte war das Narkomfin-Gebäude, ein langer Wohnriegel mit verschiedenen Wohnungstypen, das im Rahmen des staatlichen Experimentalbauprogramms für Angestellte des Finanzministeriums errichtet wurde. Scheper war dafür die Oberleitung über die Malerarbeiten übertragen worden. Die farbige Ausgestaltung der Wohnungen wurde vorab in Versuchen zur Wirkung der Farben auf das Wohlbefinden des Menschen erprobt. Die Wände der kleinen Apartments erhielten ausgehend vom Grundton der Deckenfarbe einen Anstrich in warmen Rosa- und Gelbtönen. Im Kontrast dazu stand die Treppe, die als raumbildendes Element in warmen Grautönen gestrichen war.
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